INTERESSENVEREIN der DIALYSEPATIENTEN und NIERENTRANSPLANTIERTEN LEIPZIG e.V.

-  gemeinnütziger Verein  -



Besuch in der Glasbläserei

Besuch der Glasbläserei "Kind" am 30.04.2013

Heiße Angelegenheit

In der Glasbläserei Kind, Bernhard - Göring Str.34, wurden wir am 30.04.13 in die Geheimnisse der Glasbläser eingeweiht. Herr Kind der Besitzer dieser Glasbläserei erklärte uns, das Glas ausschließlich aus natürlichen bzw. naturidentischen anorganischen Rohstoffen hergestellt wird, die größtenteils auch in Deutschland vorkommen.

Insgesamt werden zur Produktion von Glas sechs verschiedene natürliche Rohstoffe benötigt der größte Anteil ist Quarzsand, ein kleiner Anteil Soda und Kalk sowie ein sehr geringer Anteil Dolomit, Feldspat und Pottasche. Bei einer Temperatur von ca. 1400ºC wird alles zu einer zähflüssigen Masse geschmolzen. Wünscht der Kunde farbiges Glas, werden bei der Herstellung des "Glasbreies" verschiedene Metall-Ionen zugegeben, z.B. wird bei Zugabe von Selenoxid das Glas rosa bzw. rot und unter Zugabe von Gold entsteht die teuerste Glasfärbung - rubinrot.

Während Herr Kind an seinem Tischbrenner aus einem blauen Glasrohr ein sogenanntes Hohlglas - eine Vase modellierte, erzählte er uns noch einige nennenswerte Eigenschaften des Glases. So ist Glas z.B. geruchlos und geschmacksneutral und somit sehr gut geeignet als Verpackung für Nahrungsmittel. Außerdem hat jede Glassorte eine andere Lichtdurchlässigkeit. Wird Glas für Fenster genutzt, trägt es dazu bei, Lärm von außen fern zu halten und die Wärmestrahlung der Sonne weiter zu leiten.

Glas ist gegenüber Chemikalien weitestgehend resistent und es kann hohen Temperaturen bei Reinigungsverfahren Stand halten, die man benötigt, um Keime abzutöten. Was wir ziemlich gut finden, sämtliches Glas ist vollständig recycelbar.

Die angehende Vase wurde stetig über den Brenner mit beiden Händen gedreht, damit sie eine gleichmäßige Form erhält und langsam nahm sie ihre gewünschte Gestalt an. Seit 44 Jahren übt Herr Kind diese Tätigkeit mit viel Geschick und Fingerspitzengefühl aus. Mit Beginn der Wende orientiert er sich hauptsächlich auf die Herstellung von medizinischen und labortechnischen Geräten aus Glas. Nach der Theorie und der Einweisung, ging es für uns an den Brenner. 

Wir bekamen jetzt jeder einen "schnöden" Stab ein sogenanntes Vollglas aus Jenaer Glas. Unter fachgerechten Kommentaren sowie mit etwas Hilfestellung durch Herrn Kind, aber auch durch laienhafte Bemerkungen der Andern aus unserer Gruppe, entstanden nach und nach ohne große Zwischenfälle unsere superschönen Rührlöffel. Jeder ein Unikat!!! Aber halt, da war doch noch WAS? Unser "Utchen" konnte die Finger nicht lassen. Sie musste unbedingt nach einem heißen Rührlöffel fassen. Das Ende vom Lied, eine Blase am linken Fingerglied!

Nach ca. 2,5 Stunden endete unser Besuch in der Glasbläserei. Wir bedankten uns bei Herrn Kind für den interessanten und lehrreichen Nachmittag.

Kir.Schl.

 

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