INTERESSENVEREIN der DIALYSEPATIENTEN und NIERENTRANSPLANTIERTEN LEIPZIG e.V.

-  gemeinnütziger Verein  -



 

Vereinsnachmittag: Seelsorge im UNI-Klinikum Leipzig

Am 19.05.15 besuchte uns der evangelische Pfarrer Michael Böhme, seit Dezember 2014 neuer Klinikseelsorger am Uniklinikum Leipzig. 

Er ist Mitglied eines ökumenischen Seelsorgeteams. Zum Team gehören er selber, die evangelische Pfarrerin Andrea Biskupski und die katholische  Gemeindereferentin Maria Ruby.  Grund der Veranstaltung war, dass uns Herr Böhme ausführlich informierte, welche Möglichkeiten ein Krankenhauspatient hat, wenn er mal jemanden zum Reden braucht, der nicht dem engsten Familien- bzw. Freundeskreis angehört. Kann ich mich an einen Seelsorger wenden? Wie nehme ich Kontakt zu Ihm auf? Was kann ich von einem Seelsorger erwarten? 

Jeder Patient, unabhängig von seiner Konfession oder auch konfessionslose Patienten können bei einem Krankenhausaufenthalt Kontakt zu einem Seelsorger aufnehmen. Gründe hierzu können sein, der Patient kommt mit der Bewältigung seiner Erkrankung nicht allein klar oder es ergeben sich plötzlich private Probleme zu Hause, in der Familie bzw. im engsten Freundeskreis, die er einfach nicht alleine lösen kann. Oder aber der Patient möchte sich einfach einmal aussprechen oder hat Probleme mit Ärzten und dem Pflegepersonal. Meist werden auf den Stationen die Rufnummern der Seelsorger ausgehängt bzw. sind beim Personal erhältlich. 

„Der Grundansatz von Seelsorge ist“, so Böhme, „Die Patienten wollen einen externen Gesprächspartner. Sie wollen nicht alles beim Ehepartner lassen. “Michael Böhme war vor seiner Tätigkeit als Pfarrer im Stadtteil Marienbrunn. Seine Arbeitsbereiche als Seelsorger am Uniklinikum Leipzig beschränken sich vor allem auf die psychiatrische und die Palliativstation. Jeder Seelsorger bzw. Seelsorgerin hat ihren Bereich. „Klinikseelsorge ist auch für das Personal und die Familie der Kranken da“ so Böhme. Man kann den Klinikseelsorger einiges anvertrauen. Als Klinikseelsorger unterliegt er der Schweigepflicht und kann Betroffene nicht der Polizei melden, auch wenn diese ihm z.B. eine Straftat gestehen. Auch bei Gericht darf der Seelsorger nicht diesbezüglich aussagen. Die Schweigepflicht der Seelsorger ist wie die ärztliche Schweigepflicht. Damit der Seelsorger selber mit dem Gehörten klar kommt bzw. seine Seele entlasteten kann, gibt es einmal pro Monat eine Supervision. 

Auch von sich aus werden die Seelsorger aktiv, um zu Patienten Kontakt aufzunehmen. „Im Uniklinikum Leipzig gehen wir auch in die Patientenzimmer“, so Böhme. Seelsorger haben am Uniklinikum Leipzig Einsicht in das Patientensystem bei denen, die einer Kirche angehören und das auch auf dem Patientenfragebogen angegeben haben. Sie kennen aber nicht die Patientenakten bzw. die Diagnosen der Betroffenen. Gut zu wissen, wenn sich Patienten an einen Seelsorger wendet. 

Es war ein interessanter Nachmittag, die einigen von uns die Scheu genommen haben wird, ein seelsorgerisches Gespräch in Betracht zu ziehen. Ein herzlicher Dank gilt Pfarrer Böhme für seine interessanten Ausführungen. 


Ka.Tha.

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