INTERESSENVEREIN der DIALYSEPATIENTEN und NIERENTRANSPLANTIERTEN LEIPZIG e.V.

-  gemeinnütziger Verein  -



Besuch auf der Palliativstation

Unser Vereinsnachmittag am 06. Februar 2013 führte uns in die Palliativstation des Universitätsklinikums Leipzig in der Semmelweisstraße 14. Pünktlich um 15.30 Uhr trafen sich 13 interessierte Mitglieder vor Ort und wurden wenig später von Schwester Uta ins "Zimmer der Begegnungen" auf der Station gebracht. Schwester Uta informierte uns in einem beinah 90- minütigen Vortrag über den Sinn und die Aufgaben einer Palliativstation.

In Leipzig gibt es insgesamt nur drei Palliativstationen und außerdem zwei Hospize. Alle Einrichtungen haben je 12 Betten. Die Station der Uni Leipzig besteht erst seit 2009. In einer Palliativstationen werden austherapierte Patienten behandelt. Auch wenn die Ärzte keine Therapiemöglichkeiten mehr haben, gibt es doch zahlreiche Krankheitssymptome die behandelt werden müssen. Das häufigste Symptom, neben Übelkeit, Erbrechen oder Gewichtsverlust, sind verschiedene Arten von Schmerzen. Diese sind oft nicht nur körperlicher, sondern auch psychischer Natur. Jeder Patient wird deshalb sehr individuell behandelt. Die üblichen, dem Krankenhausrhythmus angepassten Pflegemaßnahmen, sind auf einer Palliativstation außer Kraft gesetzt. Alle Maßnahmen werden nach Wohlbefinden des Patienten individuell durchgeführt. Es besteht für Angehörige die Möglichkeit bei ihren Lieben zu bleiben, auch Nachts. Sie werden ebenfalls versorgt und betreut und das ohne Kosten. Da viele Patienten nach der Stabilisierung ihres Gesundheitszustandes in die häusliche Pflege entlassen werden wollen, werden den pflegenden Angehörigen die körperliche und psychische Handhabung des Kranken gelehrt.

Die Verweildauer der Patienten auf der Station beträgt zwischen 7 - 14, jedoch max. 21 Tage. Danach werden sie nach Hause oder in betreutes Wohnen, Pflegeheim oder Hospiz entlassen. Doch danach ist die Betreuung der Patienten nicht beendet. Zu Hause erfolgt die Palliativ-Betreuung dann durch ein sogenanntes "Brückenteam". Außerdem gibt es einen "Spezialisierten Ambulanten Palliativ Notdienst" (SAPV), der im Notfall zur Verfügung steht.

Wir nutzen die Gelegenheit und stellten rege unsere Fragen, welche sich uns während der gemachten Ausführungen ergaben. Nachdem Schwester Uta uns ausführlich alle diese Fakten dargelegt und alle Fragen beantwortet hatte, erzählte sie uns noch, welche Funktion der Raum, in dem wir uns gerade befanden, erfüllt und in der Vergangenheit schön erfüllt hatte. In ihm trifft man sich zum Klavierspielen, zum geselligen Kaffeetrinken, zum Tag der Erinnerung, es wird gekocht und einmal wurde hier sogar kirchlich geheiratet.

Auch wenn alle Patienten das gleiche Schicksal haben, geht es nicht zwangsläufig nur traurig zu. Das Wichtigste auf dieser Station ist die Menschlichkeit, hingebungsvolle Führsorge, Zuwendung und Liebe. Als Abschluss wurden wir noch durch die Station geführt, wobei wir natürlich die Patientenzimmer ausließen. Unser Nachmittag auf der Palliativstation endete im "Raum der Stille". Ich glaube, ich spreche im Namen aller Teilnehmer, das dieser Nachmittag interessant und informativ war und uns nachdenklich machte.

U.Schu.

 

 

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