INTERESSENVEREIN der DIALYSEPATIENTEN und NIERENTRANSPLANTIERTEN LEIPZIG e.V.

-  gemeinnütziger Verein  -



Vereinsnachmittag - im Turmuhrenmuseum Naunhof e.V.

Geplant war ein Ausflug in eine Privat - Imkerei nach Naunhof, aber die Besichtigung wurde kurzfristig abgesagt, mit den Worten: "...es ist kein Flugwetter!" Als Alternative wurde im Turmuhrenmuseum telefonisch angefragt, ob es möglich ist, außerhalb der Öffnungszeiten am 22. Mai 2012 das Museum zu besuchen. Wir bekamen keinen Korb und pünktlich 10.00 Uhr standen wir vor einem hübschen Fachwerkhaus, der ehemaligen Naunhofer Mädchenschule, dem heutigen Turmuhrenmuseum.

Man wartete schon, es gab eine freundliche Begrüßung für uns Sieben. Nach einer kurzen Anweisung: Bitte nichts berühren und nicht fotografieren, ging die circa 2- stündige Führung los. Gezeigt und erklärt wurden uns durch einen Mitarbeiter des Museums aus vier Jahrhunderten die verschiedensten Turm-, Zeitmesser- Haupt- und Nebenuhren.
Zum Ende des Mittelalters fanden Turmuhren an Kirchen, Rathäusern und Schlössern als erste mechanische Uhren ihre Verwendung. Es wurde die damalige Zeit nur in Stunden bzw. mit einem Zeiger angegeben, diese Uhren nannte man Ein-Zeiger-Uhren. Man(n) bzw. Frau konnte also nicht "pünktlich auf die Minute" erscheinen. Erst gegen Ende des 17. Jahrhunderts änderte sich das, es kam der zweite Zeiger dazu und fortan gab es Stunden und Minuten.
Viele Exponate des 1995 eröffneten Museums und dem ersten in Sachsen sind in mühevoller Handarbeit wieder zum "laufen" erweckt worden und somit funktionstüchtig. Dies wurde uns an einigen Ausstellungsstücken hörbar gemacht, was für eine Geräuschkulisse - ein Ticken, ein Rasseln und ein Klicken. Unser netter Begleiter erklärte uns die Mechanik von einigen Turmuhren und weil es keine Gehäuse um die Uhren rund- rum gab, konnten wir alles und jede Bewegung der aufgezogen Uhren genau verfolgen. Damit die Zahnräder und andere Teile der betagten Stücke nicht noch mehr verschleißen bzw. abgenutzt werden, laufen die Uhren nicht ständig, sondern werden nur zu 
Demonstrationszwecken in Gang gesetzt. Des weiteren erfuhren wir noch viele Details aus der Uhrmacherkunst und über die Anfänge des kleinen, aber sehr interessanten Museums.

Zum Schluss unserer Führung wurden wir noch auf die Sonderausstellung im Haus zum Thema: "Einzigartige Gemälde in Enkaustik* Technik" und die Osterausstellung "Ostereier in sorbischer Wachsreservetechnik**" aufmerksam gemacht.
Während wir uns die kleinen und großen Kunstwerke ansahen wurde für uns im Museumscafé schon mal der Kaffeetisch gedeckt, hier ließen wir uns eine Tasse Kaffee und den original Naunhofer Kartoffelkuchen schmecken. Wir bedankten uns bei dem Museumsteam für die exklusive Öffnungszeit und die interessante Führung.
Bis wir mit der S-Bahn nach Leipzig zurück fahren konnten, hatten wir noch Zeit. So spazierten wir, bei bestem Wetter (also doch Flugwetter!!), vorbei an der hübschen Blumenuhr, welche 2006 in dem anliegenden Garten der Kirchgemeinde Naunhof entstanden ist.
Wir stellten fest, das sie nicht nur schön anzusehen ist, sie zeigt auch noch die exakte Zeit.
Wir besichtigten auch noch die angrenzende kleine Stadtkirche und machten eine Stippvisite im zufällig auf dem Weg liegenden Keramikgut Naunhof. Dann schlenderten wir Richtung Bahnhof, aßen alle noch ein Eis und waren am späten Nachmittag wieder in Leipzig.

C.Kirs


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Enkaustik ist eine künstlerische Maltechnik, bei der in Wachs gebundene Farbpigmente heiß auf den Maluntergrund aufgetragen werden.
** Die sorbische Wachsreservetechnik heißt bei den Sorben einfach Wachstechnik und ist die älteste und weit verbreiteste Form des Eierverzierens

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